1.
Kinder produzieren unter muskulärer
Belastung mehr metabolische Wärme.
Diese wird im Wesentlichen über
die Hautdurchblutung als Wärmekonvektion
abgegeben, welche jedoch durch die
ungünstige Volumen-Oberflächen-Relation
erschwert ist.
2.
Die physiologischen Kreislaufreaktionen
unter körperlicher Belastung
werden, insbesondere im Maximalbereich,
durch die gleichzeitig notwendige
Thermoregulation mittels vermehrter
Hautdurchblutung zusätzlich
gesteigert und erschwert.
3.
Bis zur Pubertät haben die
Kinder, bei gleicher Anzahl von
Schweißdrüsen wie der
Erwachsene, eine niedrigere Schweißproduktion
und damit eine geringere Wärmeabgabe
durch Verdunstung.
4.
Im Schulsport besteht für die
Kinder keine Gelegenheit, den durch
die Belastung unter Hitzestreß
ausgelösten Flüssigkeitsverlust
durch ausreichendes Trinken auszugleichen.
Verstärkt
wird die Hitzebelastung durch ungeeignete
Kleidung, Intensität, Dauer
und Art der körperlichen Belastung.
Wegen mangelnder Kreislaufanpassung
leiden untrainierte Kinder stärker
unter einem Hitzestreß als
trainierte.
Wird
die Hitzetoleranz überschritten,
können Hitzeschäden
auftreten. Frühzeichen eines
Hitzeschadens sind Kopfschmerzen,
Erschöpfung, Übelkeit,
Bauchschmerzen, Aggressivität,
Benommenheit, Apathie.
In Anlehnung an die Empfehlungen
der American Academy of Pediatrics
(1) Committee on Sports Medicine,
wird daher empfohlen, bei Erreichen
der Zone drei nach MATHEWS
(3) die körperliche Belastung
von Kindern, insbesondere die Ausdauerbelastungen,
auf weniger als 30 Minuten zu reduzieren
oder völlig einzustellen.
Die Zonentabelle nach MATHEWS
kann auch für Innenräume
übernommen werden, da die fehlende
Luftbewegung zu einem Anstieg der
Raumtemperatur führt und damit
automatisch eine Verschiebung in
der Tabelle eintritt.
Treten Symptome eines beginnenden
Hitzeschadens auf, müssen folgende
Maßnahmen ergriffen werden:
1.
Die körperliche Belastung
muss
sofort beendet werden. Bei leichteren
Symptomen kann ein kurzzeitiges
Auslaufen der Stabilisierung des
Kreislaufes dienen.
2.
Das Kind soll in einen kühlen
Raum gebracht und flach gelagert
werden.
3. Bestehen keine Bauchschmerzen
und/oder Erbrechen, soll dem Kind
reichlich Flüssigkeit in kleinen
Portionen angeboten werden.
4. Kinder mit Hitzeschäden
bedürfen immer einer ärztlichen
Betreuung.
Literatur:
(1)
American Academy of Pediatrics
(1982),Climatic heat stress and
the exercising child
Pediatrics 69: 808
(2) Bar-Or, O., Die Praxis
der Sportmedizin in der Kinderheilkunde
Springer, Berlin-Heidelberg-NewYork-Tokio
1986
(3) Mathews, DK, zitiert im
Statement der American Academy
of Pediatrics
(4) Stegemann, J., Leistungsphysiologie,
Thieme, Stuttgart (1977)