Einleitung
Sportliche Aktivität
bildet für viele Menschen einen Schwerpunkt
ihrer Freizeitgestaltung. Die Nutzung von
Fitness-Studios bietet seit Jahren einer
steigenden Anzahl von Aktiven die Möglichkeit,
dem Wunsch nach körperlicher Betätigung
in verschiedenen Bewegungs- und Belastungsformen
nachzukommen. So gibt es in Deutschland
zur Zeit über 5.500 kommerzielle Freizeit-
und Fitness-Anlagen, in denen mehr als 3,4
Mio. Mitglieder trainieren [2]. Das sportliche
Angebot ist dabei teilweise sehr vielfältig
und reicht von den klassischen Formen des
Krafttrainings über gymnastische Übungen
bis hin zu verschiedenen Formen des Ausdauertrainings.
Aus sportmedizinischer Sicht ist die
Bereitschaft zur Teilnahme am Sport in
Fitness-Anlagen tendenziell positiv zu
bewerten. Dennoch können die Voraussetzungen
der Trainierenden in Bezug auf Alter,
Trainingszustand, Gesundheit und somit
auch Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit
sehr schwanken und es empfiehlt sich,
diese im Einzelfall zu prüfen und
geeignete Konzepte zum Sport im Fitness-Studio
zu erstellen
Um ein gesundheitsorientiertes Training
zu ermöglichen, sollte jeder, der
in einer Fitness-Anlage sportlich aktiv
sein möchte, vorab einige Überlegungen
anstellen, die den Aspekt der Gesunderhaltung
und die Förderung des Wohlbefindens
berücksichtigen.
Im Folgenden werden Hilfestellungen und
sportärztliche Empfehlungen hierzu
angeführt:
Freizeit-
und Fitness-Anlagen
Die Zahl
von einseitig ausgerichteten reinen Geräte-
oder Aerobicstudios ist in den letzten Jahren
rückläufig, vielmehr besteht der
Trend zu einem Komplettangebot im Fitnessbereich
[2]. Doch können die Einrichtungen
der einzelnen Studios unterschiedliche Schwerpunkte
aufweisen, so dass eine Prüfung
der Bedingungen vor Ort zu Beginn eines
Trainings unter Berücksichtigung der
eigenen Trainingsinteressen sinnvoll ist.
Wichtige Kriterien bei der Auswahl eines
geeigneten Studios sind:
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Angebotsstruktur
des Studios |
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Qualifikation des Personals
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Beratung und Betreuung durch das Personal
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Qualität der Trainingsgeräte
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Ärztliche Betreuung |
Ein vielseitig
gestaltbares Fitness-Programm ist für
ein ganzheitliches Training besonders bedeutsam.
Die Ausstattung eines Studios mit ausgewogenen
Anteilen der Bereiche
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Krafttraining
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Flexibilität
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Koordination
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Ausdauertraining
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Gruppentraining |
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Entspannung und Regeneration
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Gesundheitsschulung und Gesundheitsbildung
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ist hierfür am zweckmäßigsten.
Der personelle und gerätetechnische
Standard des Studios sollte dabei grundsätzlich
den Güte- und Prüfbestimmungen
des TÜV für gesundheitsorientierte
Fitness-Anlagen genügen. Eine zusätzliche
Orientierungshilfe bieten Gütesiegel,
z.B. des RAL Deutsches Institut für
Gütesicherung und Kennzeichnung e.V.
[4].
Voraussetzungen
zum Sport im Fitness-Studio
Individuelle
Eignung
Neben den individuellen Wünschen
der Trainingsgestaltung ist die Gesundheit
des Einzelnen ein entscheidender Aspekt
bei der Frage nach der Eignung zum Sport
im Fitness-Studio.
Gesundheitliche Kriterien
Die Inhalte eines Fitnesstrainings mit
vielseitigen körperlichen Beanspruchungen
können durch Erkrankungen oder Verletzungen
begrenzt werden, aber auch so ausgerichtet
sein, dass sie einen positiven therapeutischen
Nutzen haben. Vor allem internistische,
orthopädische und auch neurologische
Krankheitsbilder sind hierbei zu berücksichtigen.
Wesentliche Determinanten bei der Ermittlung
der Trainingseignung sind:
Herz-Kreislaufkrankheiten
Arterielle Verschlusskrankheit
Arterielle Hypertonie
Entzündliche Herzerkrankungen
Herzfehler
Herzinsuffizienz
Herzrhythmusstörungen
Hypotonie und orthostatische Dysregulation
Koronare Herzkrankheit/Herzinfarkt
Lungenerkrankungen
Asthma bronchiale
Entzündliche Atemwegserkrankungen
Stoffwechselerkrankungen
Anämie/Eisenmangel
Adipositas permagna
Diabetes mellitus
Fettstoffwechselstörungen (z. B.
Hypercholesterinämie)
Hypo- und Hyperthyreose
Status des Haltungs- und Bewegungsapparates
Körperhaltung
Allgemeine Beweglichkeit
Muskelstatus
Muskuläre Dysbalancen
Sehnen-, Knochen-, Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen
Koordination
Operationen am Bewegungsapparat
Neurologische Veränderungen
Lähmungserscheinungen
Schmerzsymptomatik durch Bandscheibenschäden
Akute Infekte gelten für sportliche
Aktivitäten generell als Kontraindikation.
Ärztliche Gesundheitsbeurteilung
Eine qualifizierte sportmedizinische
Beurteilung des Gesundheitszustandes anhand
einer körperlichen Untersuchung sollte
bei vorliegenden Beschwerden oder bekannten
Erkrankungen durchgeführt werden.
Ab einer Altersgrenze von 35 Lebensjahren
ist darüber hinaus eine Gesundheitsbeurteilung
auch bei subjektivem Wohlbefinden zu empfehlen,
um mögliche Einschränkungen
der Belastbarkeit zu erkennen [4].
Diese Untersuchung, z. B. beim Hausarzt,
ist nicht zu vergleichen mit den Eingangstests,
die in den meisten Fitness-Studios angeboten
werden. Die Eingangstests sind reine Funktionstests,
die dem Anspruch einer medizinischen Beurteilung
durch eine umfassende Anamnese sowie eine
körperliche Untersuchung nicht gerecht
werden können.
Der Arztbesuch dient der Erhebung des
Gesundheitsstatus. Die sportärztliche
Untersuchung überprüft die Eignung
in Bezug auf Übung und Trainingsintensität
beim Fitness-Sport. Dabei sollten die
oben aufgeführten Krankheitsbilder
berücksichtigt werden.
Neben einer Blutdruckmessung sollten
auch ein Ruhe- und ein Belastungs-EKG
durchgeführt werden. Hierdurch ist
eine Aussage über die Leistungsfähigkeit
und die Grenze der Belastbarkeit einer
Person möglich. Die Bestimmung der
Laktatkonzentration als Variable der aeroben
Muskelleistungsfähigkeit scheint
eher bei einer differenzierten Trainingsberatung
indiziert und muss im Rahmen der
Gesundheitsbeurteilung nicht durchgeführt
werden. Ebenso sollte eine eingehende
Blutuntersuchung nur bei gegebener Indikation
erfolgen.
Eine ärztliche Untersuchung ist
jedoch nicht bei jedem Studiobesucher
zwingend erforderlich. Anamnetisch unauffällige
Jugendliche und junge Erwachsene, die
nicht unter Erkrankungen leiden und keine
Beschwerden haben, können durchaus
ohne Arztbesuch zum Training geeignet
sein.
Fitness-Training
Fitness-Training
kann helfen, die körperliche Leistungsfähigkeit
zu verbessern. Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit,
Koordination und eventuell Schnelligkeit
als Bausteine der Leistungsfähigkeit
sollten daher in ein Trainingskonzept mit
eingehen [7].
Beratung und Betreuung
Zu Beginn eines Trainings im Fitness-Studio
sollte ein Eingangsgespräch mit dem
betreuenden Fachpersonal geführt
werden, in dem der Anfänger seine
Trainingsziele artikulieren und Vorstellungen
zum Ablauf des Trainings äußern
kann. Mit Hilfe sog. Eingangstests können
weitere Konkretisierungen erfolgen, die
dann Eingang in die Formulierung des Trainingsplans
finden sollten.
Außerdem sollten von Anfängern
in diesem Zusammenhang auch sämtliche
vorhandene Beschwerden seitens des Bewegungsapparates,
wie z.B. Rückenschmerzen, angegeben
werden.
Ein Eingangstest ermöglicht die Erhebung
eines Fitness-Status durch Aufzeigen von
Stärken und Schwächen in den
verschiedenen Bereichen der Leistungsfähigkeit.
Ziele hierbei sind:
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Auswahl geeigneter Übungsgeräte
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Dokumentation der Leistungsfähigkeit
|
Bei einer regelmäßigen Teilnahme
am Sport im Fitness-Studio wird so eine
Verlaufskontrolle möglich. Dabei
wird die Eingangsleistung mit den Ergebnissen
späterer Wiederholungstests verglichen.
Diese sollten, je nach Trainingshäufigkeit,
im Abstand von ca. 2-4 Monaten erfolgen.
Auch subjektive Bewertungsskalen, z. B
die Borg-Skala, sollten ergänzend
eingesetzt werden [4].
Die Dokumentation der Leistung und des
Anstrengungsempfindens dient zum einen
der persönlichen Erfolgskontrolle,
ist aber ebenso bedeutsam für die
Überprüfung des Trainingskonzeptes.
Änderungen und Anpassungen des Übungsprogramms
können so gezielt vorgenommen werden.
Trainingsplanung und -steuerung
Die Inhalte des Trainingskonzeptes ergeben
sich aufgrund der Ergebnisse des Eingangstests
und der persönlichen Neigungen des
Trainierenden.
Eine umfassende Einweisung in die Grundlagen
des Trainings sollte den ersten selbständig
durchgeführten Übungen vorausgehen.
Um den Bewegungsablauf einiger Übungen
an den Geräten leichter vermitteln
zu können, sind nicht nur theoretische
Erläuterungen sondern auch praktische
Demonstrationen durch das Personal erforderlich.
Darüber hinaus müssen bei der
Durchführung des Trainings die Übungen
und Bewegungsabläufe unter Anleitung
erlernt, kontrolliert und ggf. korrigiert
werden. Nur hierdurch läßt
sich ein gesundheitsförderndes Training
gewährleisten und das Verletzungsrisiko
minimieren.
Inhalte eines
Fitness-Trainings
Eine Kombination
aus Kraft- und Ausdauerübungsformen
ist von sportmedizinischer Seite aus empfehlenswert.
Unter Beachtung präventiver Gesichtspunkte
sollte daher ein ausgewogenes Verhältnis
zwischen einem Training des Muskelapparates
und des Herz-Kreislauf-Sytems mit Schwerpunkt
allgemeiner Fettabbau bestehen.
Eine Zunahme der Muskelmasse ist nicht
primäres Ziel dieser Art des Trainings,
sollte jedoch stets in moderater Form
angestrebt werden. Die Muskulatur ist
nicht nur orthopädischerseits ein
wesentlicher Korrekturfaktor für
Haltungsschäden und auch bei der
Optimierung von Gelenksfunktionen hilfreich,
sondern die Muskelmasse ist auch ein biochemisch
wichtiger Faktor für die Aufrechterhaltung
eines gesundheitlich adäquaten Stoffwechsels.
Durch die zusätzliche Schulung von
Beweglichkeit, Koordination und eventuell
nachrangig von Schnelligkeit wird der
Anspruch an ein ganzheitliches Fitness-Training
erfüllt. Hierfür sind Dehnübungen
in der Auf- und Abwärmphase, aber
auch in den Pausen zwischen verschiedenen
Übungsteilen notwendig, mit denen
Defiziten in diesen Bereichen vorgebeugt
werden können.
Wichtige Bestandteile eines Fitness-Trainings
sind:
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Aufwärmphase
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Krafttraining |
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Ausdauertraining |
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Abwärmphase |
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Erholung
|
Der Bereich des Bodybuilding beinhaltet
ebenfalls diese Aspekte, orientiert sich
jedoch an einem ausgeprägtem Muskeldickenwachstum.
Diese Art des Trainings unterscheidet
sich von der ganzheitlichen Methode durch
andere Inhalte und vor allem andere Intensität
in Bezug auf die eigentlichen Kraftübungen.
Dehnübungen finden sich als Ergänzung
jedoch auch hier.
Wirbelsäulenpatienten
und Fitness-Training
Ein gezieltes,
individuell angepaßtes, unter regelmäßigen
ärztl. Kontrolluntersuchungen stattfindendes
Fitness-Training ist zur Vorbeugung von
Wirbelsäulenerkrankungen, aber auch
zur Therapie von schon bestehenden Erkrankungen,
sinnvoll.
Bei den in der heutigen Zeit bei allgemeinem
Bewegungsmangel häufig bestehenden
Zwangshaltungen im Berufsleben, wie z.B.
längeres Sitzen, sind das muskulär
aufbauende Training, das kreislaufstärkende
Ausdauertraining sowie die Schulung von
Koordination und Flexibilität unschätzbare
gesundheitsfördernde Faktoren. Bei
schon bestehenden Beschwerden gilt es
hier ärztlicherseits die Trainings-/Therapieplanung
mitzugestalten. Bestehende Bandscheibenvorfälle
oder ein Zustand nach operativer Bandscheibenentlastung
sprechen nicht zwingend gegen ein wohl
dosiertes Fitness-Training.
Fitness-Training
und Ernährung
In vielen Fitness-Anlagen werden käuflich
zu erwerbende nahrungsergänzende
Mittel, wie z.B. Eiweißprodukte
oder Kohlenhydratkonzentrate sowie Vitamine
angeboten. Bei einem allgemeinen gesundheitsorientierten
Fitness-Training in Verbindung mit einer
ausgewogenen Ernährung ist eine Nahrungsergänzung
in dieser Form nicht notwendig. Sollte
ein sehr leistungsorientiertes umfangreiches
Fitness-Training durchgeführt werden,
so kann u.U. nach Rücksprache mit
dem Arzt, z.B. dem Hausarzt, ggf. eine
Nahrungsergänzung sinnvoll sein.
Leistungssteigernde Medikamente und insbesondere
Substanzen, die zur Vermehrung von Muskelmasse
führen, sind in der Regel gesundheitsschädlich.
Präparate, deren Inhaltsstoffe nicht
eindeutig zu identifizieren sind, sollten
auf keinen Fall ohne Rücksprache
mit einem Arzt eingenommen werden.
Physiologische
Aspekte des Fitness-Training´s
Die Auswirkungen
eines Fitness-Trainings auf den Organismus
sind von der Gestaltung des individuellen
Programms abhängig. Art und Intensität
des Trainings beeinflussen das Ergebnis.
Dabei kommt es sowohl beim Kraft- als auch
beim Ausdauertraining zu Veränderungen
der Hämodynamik und vermehrten Belastungen
des Bewegungsapparates.
Das Blutdruckverhalten bei überwiegend
statischer Muskelarbeit (Kraftbelastungen
von mehr als 50% der individuellen Maximalkraft)
unterscheidet sich von dem bei dynamischer
Belastung. Eine akute Kreislaufreaktion
durch Kraftbelastungen ist ein hoher Druckanstieg,
der in einer Kompression der Blutgefäße
in den großen Muskelbereichen und
in einer Sympathikusaktivierung begründet
ist [5]. Bei maximaler Kraftanstrengung
kommt zusätzlich das Moment des Pressdrucks
hinzu. So können beträchtliche
Drücke von 200-300 mmHg erzeugt werden
[5]. Bei Hypertonikern erscheint demnach
ein intensives Krafttraining aufgrund
der möglichen Blutdruckspitzen von
über 300 mmHg kontraindiziert.
Die Auswirkung einer Kraftbelastung auf
die Herzfrequenz ist relativ gering. Bei
Kraftbelastungen mit Pressaktionen können
zu Beginn des Pressens Frequenzabnahmen
beobachtet werden, die in einer zweiten
Phase im Zuge der Sympathikusaktivierung
jedoch in Frequenzanstiege übergehen
können [5].
Rhythmische Bewegungen ohne intensiven
Kraftanteil, die beim Laufen, Radfahren
und auch bei Aerobicübungen vorkommen,
zeigen im Vergleich günstigere Auswirkungen
auf das Herz-Kreislauf-System, da hier
eine Steigerung der Volumenarbeit des
Herzens ohne starken Blutdruckanstieg
dominiert. Bei erhöhten Ausgangswerten
kann ein derartiges Training sogar zu
einer allgemeinen Blutdrucksenkung beitragen.
[5].
Herzpatienten und Fitness-Training
Als alternative Bewegungstherapie zum
Sport in Koronargruppen kann Fitness-Training
auch für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
in Betracht kommen, wobei eine genaue
Prüfung des Einzelfalls durch den
betreuenden Arzt mit kardiologischen Kenntnissen
allerdings besonders wichtig erscheint.
Aufgrund des überproportionalen Anstiegs
des Blutdrucks durch Krafttraining besteht
ein erhöhtes Risiko, doch sinkt durch
eine Kräftigung der Muskulatur die
relative muskuläre Belastung bei
gleicher Belastungsintensität und
somit der Sauerstoffverbrauch des Herzmuskels
[1]. Sind Kraftübungen eines Patienten
von ärztlicher Seite her verantwortbar,
sollte die Trainingsintensität bei
ca. 30-50% der Maximalkraft und 15-20
Wiederholungen pro Satz liegen. Dies entspricht
in der Praxis einem Training im niedrigen
Kraftausdauerbereich, das heißt
die Gewichtsübungen können locker
ohne starke subjektive Anstrengung und
ohne Pressatmung durchgeführt werden
[1]. Die niedrige Dosierung des Trainings
sollte auch unter dem Aspekt einer Stroke-Prophylaxe
erfolgen.Die maximale Herzfrequenz orientiert
sich an den im Rahmen der Festlegung der
Grenze der Belastbarkeit ermittelten Ergebnissen
[6]. Diese bilden auch die Basis für
die Maximalfrequenzen bei begleitenden
Übungen zum Ausdauertraining.
Unter Beachtung der Empfehlungen der Deutschen
Gesellschaft für Prävention
und Rehabilitation (DGPR) sind somit Belastungen
sowohl im Kraft- als auch im Ausdauertraining
für Patienten mit Herzerkrankungen
denkbar [1]. Dieser Eindruck wird durch
positive Erfahrungen von Herzgruppen in
Fitness-Studios unterstrichen [3].´
Resümee
Die Angebotsstruktur moderner Freizeit-
und Fitness-Anlagen umfasst vielfältige
Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung.
Nicht einseitige Trainingsstrukturen,
sondern abwechslungsreiche Trainingsinhalte
bestimmen das Fitness-Programm. Hierdurch
werden verschiedene Zielgruppen angesprochen
und der Kreis der Personen, die in einem
Fitness-Studio sportlich aktiv sein möchten,
erweitert sich.
Unter Beachtung gesundheitlicher Kriterien
ist ein ganzheitliches Training aus sportmedizinischer
Sicht zu begrüßen. Bei ärztlicher
Kontrolle und adäquater Durchführung
können sogar Herzpatienten für
den Sport im Fitness-Studio geeignet sein
[1]. Dies setzt neben einer guten Compliance
auch Kenntnisse über die Belastungen
des Organismus beim Fitness-Sport voraus.
Diese sollen sowohl von ärztlicher
Seite als auch vom betreuenden Personal
vermittelt werden. Ergänzend ist
zu beachten, dass einseitiges Krafttraining
für Hypertoniker aufgrund der hohen
Blutdruckspitzen nicht indiziert ist.
Zusammenfassend ist festzuhalten,
dass
der Sport im Fitness-Studio durch ein
sportmedizinisch sinnvoll gestaltetes
Training zur Prävention und Gesunderhaltung
des Einzelnen beitragen kann.
Literaturverzeichnis
- Deutsche Gesellschaft
für Prävention und Rehabilitation
DGPR, Koblenz: "Der Herzpatientim Fitness-Studio",
- Deutsche Zeitschrift
für Sportmedizin, 7/8, 321-322, 1994´
- Deutscher Sportstudio
Verband e.V., Hamburg: "Eckdaten der deutschen
Fitness-Wirtschaft 1996"
- Lagerström,
D., Brecht, R., Trunz, E.: "Herzgruppe
im Fitnessstudio", Herz-Kreislauf-Sport
- Gesundheit, 1, 32-33, 1993
- RAL Deutsches Institut
für Gütesicherung und Kennzeichnung
e.V., Sankt Augustin: "Fitnesszentrum
Gütesicherung RAL-GZ 944", Beuth-Verlag,
Berlin
- Rost, R., Lagerstöm,
D., Müller, E. Rösch, H., Völker,
K.: "Sport- und Bewegungtherapiebei Inneren
Krankheiten", 2. Auflage, Deutscher Ärzte-Verlag
Köln, 1995
- Seiffert, A., Seiffert,
K. R., Völker, K., Halhuber, C.:
"Kraftausdauertraining in dekardialen
Rehabilitation", Deutsche Zeitschrift
für Sportmedizin, 3, 84-92, 1990
- Spring, H., Kunz,
H.-R-, Schneider, W., Tritschler, T.,
Unold, E.: "Kraft", Georg Thieme Verlag,
Stuttgart, 1990

Erarbeitet von der
Sektion Breiten-, Freizeit- und Alterssport
der DGSP
Teilnehmer:
Frau Dr. Berbalk, Dr. Boldt, PD Dr. Hoffmann,
Prof. Dr. Löllgen, Frau Prof. Dr. Siegfried,
, PD Dr. Urhausen, Prof. Dr. Völker,
Dr. Zurstegge
Erarbeitet von:
F. Boldt, Landesinstitut für Sportmedizin
Berlin, C. Zechel, K. Völker, Institut
für Sportmedizin,Westfälische
Wilhelms-Universität Münster
Stand: Juni 1999

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