|
Sport und Brustkrebs / Bewegung, Spiel und Sport bei Brustkrebs |
|
1. Inzidenz von Brustkrebs
in Deutschland
Der Brustkrebs ist der häufigste bösartige Tumor der Frau. Jährlich erkranken ca. 50.000 Frauen neu daran. Dabei ist zu beobachten, dass immer mehr jüngere Frauen betroffen sind. In den letzten 20 Jahren hat die Zahl der Brustkrebsfälle bei Frauen im Alter zwischen 25 und 44 Jahren um mehr als 30 % zugenommen, während früher der Altersgipfel bei etwa 60 Jahren lag (4). 2. Bedeutung von Sport in der Prävention von Brustkrebs
1. Suppression der gonadalen
Steroidhormonproduktion durch Sport (7,11), Bezüglich der Art, Dauer und Intensität einer körperlichen Belastung, die möglicherweise eine protektive Wirkung bezüglich des Brustkrebsrisikos erwarten läßt, lassen sich anhand der vorliegenden Daten bisher keine sicheren Aussagen machen. Positiv stimulierende Effekte auf verschiedene Parameter des Immunsystems erscheinen jedoch insbesondere durch moderate (Ausdauer-) Belastungen möglich, während intensive Belastungen (Wettkampfsport) möglicherweise eher negative Auswirkungen auf das Immunsystem haben (25). 3. Therapie des Brustkrebs
3.1 Psychische Situation der Betroffenen und psychoneuroimmunologische Aspekte von Sport und Bewegung
3.2
Bewegungstherapie und Sport in der stationären Rehabilitation und
ambulanten Nachsorge Die Rehabilitation und
Nachsorge dienen der Erkennung und Linderung von Nebenwirkungen der
bisherigen Therapie sowie der Früherkennung von Rezidiven oder Metastasen.
Eine große Zahl der
Rehabilitations-Kliniken bieten
neben speziellen Behandlungen, wie Krankengymnastik, Lypmphdrainage u.a.
weitere Bewegungsmöglichkeiten, wie Gymnastik im Trockenen und im Wasser,
Wandern, Schwimmen u.a. zur Verbesserung der allgemeinen
Leistungsfähigkeit an. In der ambulanten
Nachsorge gehört eine physikalische und krankengymnastische
Therapie des Schultergürtels und des betroffenen Armes zum
Behandlungskonzept, damit die Beweglichkeit erhalten und ein Lymphödem
soweit wie möglich vermieden werden kann (20). Dennoch werden
Bewegungstherapie und Sport in der Rehabilitation und Nachsorge von
Krebserkrankungen heute noch nicht regelmäßig angeboten. Gelegentlich
bestehen trotz einiger vorliegender Studien, die positive Wirkungen
aufzeigenund vieler guter Erfahrungen Bedenken bezüglich des
therapeutischen Wertes dieser Maßnahmen auf den Verlauf einer
Krebserkrankung (21). 3.3 Ambulante Krebssportgruppen
Die Landessportbünde sind für die Weiterbildung und die Lizenz der ÜbungsleiterInnen zuständig, in einigen Bundesländern in Zusammenarbeit mit den Behindertensportverbänden (5). Dadurch ist eine Sicherung der Qualität des Bewegungsangebotes gewährleistet. Die Anwesenheit einer Ärztin oder eines Arztes in den Übungsstunden ist nicht erforderlich, aber jede Sportgruppe sollte eine Ärztin oder einen Arzt als Ansprechpartner nachweisen können (Patenarzt). Sport in der Krebsnachsorge ist ein zielgruppengemäßes Übungsprogramm, in dem die Schwerpunkte auf Bewegung, Spiel und Spaß, Körperwahrnehmung und Koordination liegen und in das eine Zweckgymnastik geschickt eingebaut wurde. In den Gruppen lernen die Betroffenen einen aktiven Beitrag zur Gesundheit zu leisten, im Gegensatz zu ihrer eher passiven Rolle in der onkologischen Nachsorge. Neben der Erhaltung der Schulter-Armbeweglichkeit wird auch die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit verbessert. Im Schutzwall einer homogenen Gruppe gewinnen die Betroffenen neues Selbstwertgefühl und lernen ihren Körper neu begreifen (20, 21). Sportgruppen in der Krebsnachsorge leisten somit mehr als nur die Bereitstellung eines sportlichen Reha-Angebotes; vielmehr tragen sie zur Verbesserung der Lebens- und Überlebensqualität bei. Das Angebot ist bewußt auf diejenigen Frauen ausgerichtet, die vor der Erkrankung lange Zeit keinen Sport betrieben haben, denn sportlich aktive Frauen finden meist den Weg ohne Gruppenhilfe zurück zum Sport. Die Übungsstunden sind so gestaltet, dass jede Frau, die Haushalt und Alltag bewältigt, daran teilnehmen kann. Eine Mindestleistungsanforderungen (Watt) auf dem Fahrradergometer wird nicht gefordert. Es wird jedoch empfohlen vor Aufnahme der Therapie eine ärztliche Verordnung einzuholen. Sport in der Krebsnachsorge ist als Rehabilitationssport (früher: ambulanter Behindertensport in Gruppen) verordnungsfähig. Die RVO- und Ersatzkassen beteiligen sich im Rahmen der Gesamtvereinbarung über den Behindertensport an der Vergütung, die Höhe der Zuwendung ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt (3). Informationen über Spiel und Sport-Gruppen in der Krebsnachsorge am Wohnort sind unter anderem zu erhalten über:
|
|
Literaturverzeichnis
|
![]()
|
Erarbeitet von der
Sektion Frauensport der DGSP Federführend
für die Textvorlage Aktueller Stand: August 1998 |