Positive
Auswirkungen von körperlicher Aktivität!
Positive
Auswirkungen von regelmäßiger
körperlicher Bewegung und Sport auf
Gesundheit, Lebensqualität und Lebenserwartung
sind seit Jahren bekannt. Eine positive
Wirkung wird in der Regel dann eintreten,
wenn die Belastung ausreichend intensiv,
genügend lange und regelmäßig
erfolgt.
Körperliche Aktivität und Sport
können bis ins hohe Alter ausgeübt
werden:
Alter schützt vor Training(swirkung)
nicht:
Auch wer spät mit Sport beginnt, wird
davon profitieren.
Bei gesundheitsorientierten Angeboten für
körperliche Aktivität, Bewegung
und Sport sind zu beachten:
 | Sportärztliche Vorsorgeuntersuchung
und Trainingsberatung |
 | Regelmäßige körperliche
Aktivität |
 | Schulung und Anleitung durch kompetente
Übungsleiter und Trainer |
 | Sport mit Maß: sinnvoller,
dosierter Trainingsaufbau |
 |
Sport mit Spaß: Sport in der Gruppe oder
im Verein, Abwechslung durch verschiedene
Sportarten |
Vor
dem Sport:
Vor Beginn und zur Planung einer regelmäßigen
körperlichen Aktivität und von
Sport müssen folgende Fragen beantwortet
und berücksichtigt werden:
 | Wie leistungsfähig (fit) sind
Sie? |
 | Wie alt sind Sie? |
 | Was erwarten Sie vom Sport? |
 | Wie viel Geld wollen Sie für
den Sport und die Ausrüstung ausgeben? |
 | Fühlen Sie sich gesund? |
 | Haben Sie „Risikofaktoren“? |
 | Ist eine sportärztliche Vorsorgeuntersuchung
durchgeführt worden? |
Sportärztliche
Untersuchung
Vor einer regelmäßigen körperlichen
Aktivität und sportlichen Betätigung
wird eine sportärztliche Untersuchung
empfohlen, vor allem bei Personen
 | über 35 Jahren,
|
 | die länger keinen Sport betrieben
haben |
 | die einen oder mehrere Risikofaktoren
haben ( Tab. 1). |
Tabelle 1:
|
Risikofaktoren |
Rauchen
Bewegungsmangel
Fettstoffwechselstörung
Blutzuckererkrankung (Diabetes mellitus)
Bluthochdruck
Übergewicht
Herzkrankheiten in der Familie
Gerinnungsstörungen des Blutes
Rauchen und „Pille“ (Hormontherapie) |
Spaß am Sport
Körperliche
Bewegung wird dann zu Erfolg führen,
wenn man eine Sportart betreibt, die Spaß
macht und Abwechslung bietet. Der Erfolg
wird gesteigert durch Ausüben in der
Gruppe und mit Gleichgesinnten. Hierzu bieten
viele Vereine Angebote für Einsteiger
an. Einige Vereine, die gesundheitsorientierte
Angebote im Programm haben, sind hierfür
besonders qualifiziert durch das Qualitätssiegel
„Sport pro Gesundheit“
(des Deutschen Sportbundes, erstellt gemeinsam
mit der Bundesärztekammer und der Deutschen
Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention).
Wählen Sie eine Lieblingssportart.
Wichtig ist, dass Sie ausreichend Zeit für
diese Sportart haben, und dass der Sport
Spaß macht. Erst mit längerem
Training bleibt der Spaß auch bei
höherer Intensität und längerer
Dauer erhalten, deshalb beginnen Sie langsam
und steigern Sie erst allmählich. Erfahrene
Übungsleiter in den Vereinen oder in
qualifizierten (und zertifizierten) Fitness-Studios
sind wichtige Helfer.
Wechseln Sie zwischen unterschiedlichen
Sportarten ab. Dies steigert Motivation
und Freude, sie vermeiden so eine einseitige
Belastung von Muskeln und Gelenken.
Bei mangelndem Spaß am Sport entstehen
Ausreden, nicht Sport treiben zu müssen.
Häufige Ausreden sind „Zu wenig
Zeit“ und „Zu viel Anstrengung“.
Aber: regelmäßiger Sport führt
dazu, den Tagesablauf besser planen zu können,
was allen Tagesaktivitäten zu Gute
kommt. Man arbeitet vor und nach dem Training
konzentrierter. Später wird körperliche
Aktivität ein notwendiger Bestandteil
Ihres Tagesablaufs sein.
Sport
und Lebensqualität
Sport
und körperliche Aktivität dienen
vor allem dazu, dass Sie sich besser
fühlen und im Alltag leistungsfähiger
sind. Die Lebensqualität wird verbessert.
Dies ist, vor allem für ältere
Menschen, wichtiger als eine Lebensverlängerung.
Körperliche Aktivität und Sport
dienen nicht nur der Steigerung der körperlichen
Fitness. Auch das seelische Befinden
wird durch körperliche Aktivität
stabiler. Bei Depressionen wirkt Sport beruhigend,
ausgleichend und depressionslösend
(antidepressiv).
Körperliche
Aktivität im täglichen Leben
Körperliche
Aktivität, Bewegung und Sport gehören
zu Ihrem täglichen Leben. Planen Sie
dies in den Tagesablauf ein. Planen Sie
die körperliche Aktivität für
den kommenden Tag, bleiben Sie aber flexibel.
Wenn es am Morgen nicht klappt, trainieren
Sie am Abend. Ein einmaliges Aussetzen tut
dem Ziel keinen Abbruch, das nächste
Training ist aber einzuhalten.
Vermeiden Sie Selbstvorwürfe, wenn
ein Tagesziel (Training) nicht erreicht
wurde. Körperliche Aktivität sollte
Spaß machen und nicht mit Schuldgefühlen
verbunden sein. Mitunter ist die Verabredung
mit Trainingspartnern hilfreich, weil so
geplante Aktivitäten eher eingehalten
werden.
Erzählen Sie Angehörigen und Bekannten
von Ihrer sportlichen Aktivität. Dies
erschwert es, sich ohne Sport „aus
der Affäre“ zu ziehen. Zwingen
Sie sich anzufangen und belohnen Sie sich
für Ihre durchgehaltene Aktivität.
Übertragen Sie Ihre Erfahrungen aus
dem Sport auf Ihr tägliches Leben:
 | Nur noch Treppen steigen,
auf den Aufzug verzichten |
 | Bei Fahrten mit Bus und Bahn: eine
Station früher aussteigen und zu
Fuß zum Ziel gelangen |
 | Zu Fuß zum Bäcker
oder zum Postamt gehen, d.h. kurze Strecken
zu Fuß bewältigen |
Körperliche
Aktivität, Übung, Training und
Sport
Trainingsbeginn:
Motto: Egal was Sie tun, Hauptsache,
Sie fangen an!
Aber: Beachten Sie die Hinweise
„Vor dem Training“ und „Wie
beginne ich das Training“.
Wie beginne ich das Training?
Nach der sportärztlichen Untersuchung
kann es losgehen.
Die 10 Goldenen Regeln der deutschen Gesellschaft
für Sportmedizin und Prävention
zum Sporttreiben (siehe
www.dgsp.de)
sind eine Begleitung und Einstiegshilfe.
Grundsätzlich gilt, langsam anfangen
und allmählich steigern. Eine gesundheitliche
Wirkung stellt sich auch bei kleineren Übungseinheiten
und geringerer Intensität ein (z.B.
5-10 Minuten leichtes Traben, schnelles
Gehen, gezieltes Treppensteigen, etc.).
Allgemeine Fitness-Programme können
einen groben Rahmen darstellen. Trainingspläne
und Übungshinweise müssen Ihren
Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechen.
Eine wichtige Hilfe bei der Steuerung des
Trainings ist die Messung der Herzfrequenz
(Puls) über eine zuverlässige,
qualitativ hochwertige Pulsmessuhr. Diese
ist in guten Sportgeschäften erhältlich.
Für das Training sollte man die Ruhepulswerte
und den maximalen Puls möglichst aus
einem Belastungstest kennen. Tabelle 2 gibt
Hinweise auf Trainingsfrequenz und maximale
Herzfrequenz. Die Streubreite aus der Tabelle
liegt um
10 %, daher ist die direkte Messung im Belastungs-Test
zuverlässiger.
Tabelle 2:
Alter
(Jahre)
|
Trainingsfrequenz
(S/min) (Trainingspuls)
(60-70%) |
Maximale
Herzfrequenz (S/min) (Maximaler Puls)
(100%) |
20
25
30
35
40
45
50
55
60
65
70
|
120
– 150
117 – 146
114 – 142
111 – 138
108 – 135
105 – 131
102 – 127
99 – 123
96 – 120
93 – 116
90 – 113
|
200
195
190
185
180
175
170
165
160
155
150
|
Anmerkung:
Die Pulsmessung erfolgt entweder mit einer
Pulsmessuhr oder durch Fühlen und Zählen
des Pulses sofort nach Ende der Belastung.
Man zählt 30 Sekunden und verdoppelt
den Wert. Nach Möglichkeit sollte der
Puls im Bereich des Trainingspulses liegen.
Im Einzelfall sind Abweichungen möglich,
bei guter Leistungsfähigkeit kann der
Trainingspuls auch höher liegen. Bei
Werten, die stark abweichen, sollte dies
mit dem behandelnden Sportarzt besprochen
werde

Das
Training wird in der Regel mit einer Pulsfrequenz
von 50 – 75% des Unterschieds (Differenz)
von maximalem Puls minus Ruhepuls durchgeführt.
Der Anfänger beginnt eher mit 50%,
der Trainierte bis 75%. Als weitere Regel
gilt: beim Sport sollte man sich so belasten,
dass man sich während der körperlichen
Aktivität noch unterhalten kann: Laufen
ohne zu Schnaufen.
Bei jüngeren untrainierten Personen,
bei Übergewichtigen und bei Frauen
kann der Puls auch höher liegen, er
wird im Laufe des Trainings dann absinken.
Trainingshinweise ergeben sich auch aus
einer Skala zum Anstrengungsempfinden (Fragen
Sie ihren Sportarzt) .
Psychologische
Tipps vor dem Sport:
Stecken Sie sich Langzeitziele, welche
etwas unrealistisch sein dürfen, aber
der Motivationssteigerung dienen. Stecken
Sie sich Kurzzeitziele: diese sollten
konsequent angestrebt werden.
Geeignete Sportarten
Im Vordergrund stehen Ausdauersportarten
mit rhythmischem, zyklischem Bewegungsablauf
und einer Beanspruchung verschiedener, möglichst
großer Muskelgruppen. Ergänzend
sollte ein Krafttraining und Übungen
zur Verbesserung der Beweglichkeit (Flexibilität)
durchgeführt werden. Zur Verbesserung
der Beweglichkeit gehören Dehnungsübungen
(Stretching), die in der Regel vor und nach
dem Training durchgeführt werden. Damit
soll das Verletzungsrisiko vermindert werden.
Rund 70% der körperlichen Aktivität
sollten auf das Ausdauertraining entfallen,
20% auf den Kraftanteil und 10% für
Stretching und Beweglichkeit. Verbesserte
Kraft und Beweglichkeit sind wichtige Eigenschaften,
um, vor allem im Alter, die Neigung zu Stürzen
zu verringern. Verletzungen lassen sich
so besser vermeiden.
Aus sportmedizinischer, gesundheitlicher
Sicht sind einige Sportarten besser, andere
weniger gut geeignet.
Gut geeignet für die Verbesserung der
Gesundheit und zum Training der Ausdauer
sind:
 | Laufen (Joggen) |
 | Schnelles Gehen (Walking) |
 | Bergwandern |
 | Radfahren |
 | Schwimmen |
 | Ski-Langlauf |
 | Inline-Skaten (nach Schulung) |
 | Aqua-Joggen, bzw. Aqua-Fitness |
 | Ergometertraining (Radfahren auf
einem Standrad oder Laufen auf dem Laufband) |
Diese
Sportarten sollten mindestens zwei, besser
drei- bis viermal in der Woche über
mindestens 15 bis 30 Minuten durchgeführt
werden.
Weitere
trainingswirksame Sportarten bei ausreichender
Intensität und vor allem ausreichender
Fitness sind Ballspiele wie
 | Handball |
 | Basketball |
 | Volleyball |
 | Fußball |
 | Squash |
 | Tennis und
|
 | Sporttanzen. |
Krafttrainings-
und Dehnungsübungen können, nach
Anleitung, auch zu Hause durchgeführt
werden. Die erlernten Übungen sollten
zum täglichen Lebensablauf gehören
wie das Zähne putzen. Je nach Sportart
gilt: Legen Sie die Sporttasche griffbereit
(Auto, Büro).
Inhalte
des Trainings
Durch
allmählich ansteigende Belastungen
sollten Sie sich drei- bis viermal pro Woche
etwa 30-40 Minuten intensiv, aber angemessen
bewegen. Jede Trainingseinheit umfasst dabei
5 Minuten Aufwärmen mit Dehnungsübungen,
15-30 Minuten Training und 5 Minuten Erholung
mit Dehnung. Mit zunehmender Fitness können
Trainingspensum und -intensität erhöht
werden. Das Verhältnis von Aufwärmen
– Training – Erholung sollte
beibehalten werden.
Ziele
des Trainings
Ziele
des sportlichen Trainings sind, wie schon
oben erwähnt, eine Verbesserung der
allgemeinen Leistungsfähigkeit, der
Lebensqualität, der Gesundheit, eine
Steigerung der Lebenserwartung und eine
Senkung möglicher Risikofaktoren (s.
Tab. 1).
Kontrolluntersuchung
Eine
sportärztliche Kontrolle nach einem
Jahr (oder früher) mit einem Fahrrad-
oder Laufbandergometertest zeigt Ihnen
Ihre Leistungssteigerung und ermöglicht
eine erneute Gesundheitskontrolle.
Weitere Bedingungen für ein erfolgreiches
Training
Sportkleidung und Sportausrüstung
Zum
Training gehört eine gute Sportausrüstung,
vor allem Sportkleidung und Sportschuhe.
Die Schuhe sollten qualitativ hochwertig
und bequem sein, sie dürfen etwas teurer,
damit aber auch besser sein. Die Sportkleidung
sollte „wetterfest“ und funktionell
sein. Eine Beratung in einem guten Fachgeschäft
ist zu empfehlen.
Ernährung
Wer
Sport treibt, braucht ausreichend Flüssigkeit
und eine gesunde Ernährung. Die Kost
sollte ballaststoffreich sein, Vollwertkost
enthalten, sowie viel Obst, Salat und Gemüse.
Dabei mit Olivenöl kochen, das reich
an ungesättigten Fettsäuren ist.
Ebenso gilt: weniger Fleisch, mehr Fisch,
und mehr Kohlenhydrate, weniger Fett (sog.
mediterrane Kost).
Um Gewicht zu verlieren, und damit einen
wichtigen Risikofaktoren (s. Tab. 1) zu
verringern, ist eine Kombination von körperlicher
Aktivität und gesunder Ernährung
zu empfehlen. Zur Gewichtsreduktion ist
körperliche Bewegung unabdingbar, zusätzlich
müssen zugeführte Kalorien reduziert
werden. Hinweise finden sich in den zahlreichen
Broschüren, die Ihnen Ihr Sportarzt
geben kann.
Verletzungen
Bei Verletzungen des Stütz- und Bewegungsapparates
im Rahmen der körperlichen Aktivität
und im Sport sollten Sie frühzeitig
einen erfahren Sportarzt mit orthopädischen
oder traumatologischen Kenntnissen zur
Behandlung aufsuchen. Schmerzen sind Warnhinweise
und dürfen nicht ignoriert werden.
Ihr Sportarzt wird Sie über Vorsorgemaßnahmen
beraten.
Körperliche
Aktivität bedeutet…
„…
20 Jahre länger 40 Jahre alt zu sein!“,
also:
 | Sich besser fühlen |
 | Besseres Aussehen |
 | Größere Leistungsfähigkeit |
Für
die körperliche Aktivität gilt:
„Egal
was Sie tun, Hauptsache, Sie tun überhaupt
etwas“.

Erarbeitet
von
Herbert Löllgen
und Deborah Löllgen
Stand:
2003

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